Lennart Grube rennt allen Konkurrenten davon

Der Triumphator: 10.000-Meter-Sieger Lennart Grube stürmt ins Ziel | Foto: Anne PamperinAls Lennart Grube beim 26. Kaltenkirchener Stadtlauf nach 33:54 Minuten das Ziel erreichte, wartete er zunächst auf den Zweitplatzierten Jonas Wegers vom MTV Heide. "Jonas hat auf der ersten Runde geführt und das Tempo gemacht. Das war nett von ihm", sagte Grube schmunzelnd. Nach sechs Kilometern hatte er sich von seinem härtesten Widersacher abgesetzt und bei seinem zweiten 10.000-Meter-Rennen in diesem Jahr den ersten Sieg gefeiert.


Der Stadtlauf-Triumphator, der am heutigen Sonnabend seinen 22. Geburtstag feiert, hat seinen Wohnsitz von Henstedt-Ulzburg nach Rostock verlegt und studiert in der Hansestadt Wirtschaftsingenieurswesen; im Oktober wird er in den Bereich Sport und Sozialkunde wechseln. "Das liegt mir mehr", sagte Lennart Grube, der sich durchaus vorstellen kann, in Zukunft als Pädagoge tätig zu werden. Vom Leistungssport hat sich der frühere Triathlet der SG Wasserratten mittlerweile verabschiedet. "Das ist mir zu zeitaufwendig."

Der Triumphator: 10.000-Meter-Sieger Lennart Grube stürmt ins Ziel | Foto: Anne Pamperin

Während Lennart Grube auf der 10.000-Meter-Strecke noch nicht allzu erfahren ist, hat sich Frauensiegerin Katja Reuschlein auf längere Strecken spezialisiert. "Ich bin hier mitgelaufen, weil ich sehen wollte, wie schnell ich zurzeit über diese Distanz bin. Eigentlich trainiere ich auf einen Iron-Man-Triathlon hin", sagte die Hamburgerin, die für die Kaifu-Triathleten startet. Mit ihren 40:35,46 Minuten war die 36 Jahre alte Diplom-Ingenieurin sehr zufrieden.

Über 5000 Meter dominierten die Aktiven des SC Rönnau 74. Obwohl der Himmel kurz nach dem Start seine Schleusen öffnete, lieferten Bernd Romeikat (16:11,93 Minuten) und Johanna Christine Schulz (17:32,99) Topzeiten ab. Romeikat ist erst im November 2014 zum SCR gewechselt. "Ich bin wegen meines Trainers Sören Kuhn in den Verein eingetreten", so der Langstreckler, der in Berlin wohnt und bis vor einem halben Jahr noch vereinslos war.

Johanna Christine Schulz, 20, konzentriert sich eigentlich auf die 800 und 1500 Meter, kam aber auch mit der 5000-Meter-Distanz gut zurecht. "Nur das letzte Stück auf dem Kopfsteinpflaster war ziemlich anstrengend, weil es da ein wenig bergauf ging."

Insgesamt 1679 Läuferinnen, Läufer, Bambinis und Walker zwischen drei und 86 Jahren erreichten das Ziel; gemeldet waren 1869 Teilnehmer, davon 882 über 5000 Meter – Rekord. "2014 hatten wir vor allem über zehn Kilometer mehr Teilnehmer, da die Kaltenkirchener TS ja auch die Landesmeisterschaften im Straßenlauf ausgerichtet hat", sagte Carola Kubisch, die trotzdem mit der Resonanz zufrieden war.

Mehr Sorgen bereitete der KT-Geschäftsstellenleiterin und Cheforganisator Horst Zawada das Wetter. "Leider konnte die Ballettgruppe der Kaltenkirchener Turnerschaft nicht auftreten, weil die Bühne wegen des Regens zu rutschig war. Aber ansonsten hat alles reibungslos geklappt. Ein großes Dankeschön an die Sponsoren und Helfer, zu denen auch die Feuerwehr und die Polizei gehörten."

Neu war die Zeitmessung, die in bewährter Manier von Uwe Alms beaufsichtigt wurde. "Das RFID-Transpondersystem ist kostengünstiger, effektiver und für den Veranstalter einfacher zu handhaben", so Alms. Die Läufer, die bisher den Zeitmess-Chip der Firma Mika-Timing am Schuh befestigt hatten, trugen nun ein knallgrünes Transponderband am Fuß. Wer sich nicht sicher war, wie das Ganze funktioniert, informierte sich bei der Startnummernausgabe über das Befestigungsverfahren.

Dort standen auch Ernst Eising und seine Ehefrau Traute, die den Kal­tenkirchener Stadtlauf seit der Premiere im Jahr 1988 begleiten und immer noch mithelfen. "Früher haben wir das Eintüten der Startunterlagen ja noch bei uns zu Hause erledigt. Aber da waren es ja auch nur ein paar hundert Starter. Das geht heute nicht mehr. Spaß macht es aber immer noch. Man trifft Bekannte und klönt hier und da."

In der Tat herrschte auch bei der 26. Auflage des Laufspektakels Volksfestatmosphäre. Die ausrichtende Kal­tenkirchener TS hatte auf der Wiese vor dem Rathaus eine Spiel- und Schlemmermeile aufgebaut, die durchgehend gut besucht war.

 

Quelle: Hamburger Abendblatt vom 02.05.2015

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